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SCHMERZPRAXIS |
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ELLENBOGENSCHMERZEN
weitere Suchbegriffe:
Schmerzen /
Schmerz am (im) Ellenbogengelenk,
Chondromatose
Ellenbogenschmerzen können verschiedene Ursachen haben.
Bursitis olecrani
Es liegt eine chronische
Schleimbeutelentzündung am Olekranon (=
Hakenfortsatz der Elle nahe am Ellenbog engelenk)
vor. Am dorsalen (= rückwärtigen)
El lenbogen
ist eine druckschmerzhafte, teigige und fluktuierende (=
verschiebliche) Schwellung zu tasten.
Ursache ist meist eine Überlastung, so z.B. bei Schreibtischarbeit.
Zur Therapie reichen meist Ruhigstellung und Salbenverbände (Rheumon®,
Voltaren Emulgel®)
aus.
Nach einer Verletzung kann es auch zu Ellenbogenschmerzen aufgrund einer
eitrigen Bursitis
(= Schleimbeutelentzündung)
kommen, die eine Antibiotika-Behandlung erforderlich macht.
Eine Arthrose als Ursache für chronische Ellenbogenschmerzen ist eher selten, da das Ellenbogengelenk keinen größeren statischen Belastungen ausgesetzt ist. Die Arthrose entsteht hier meist als Folge eines in Fehlstellung verheilten Armbruchs. Auch eine Arthritis (= Gelenkentzündung) des Ellenbogengelenk s ist eher selten.
Chondromatose
Bei dieser Erkrankung finden sich viele, zum Teil verknöcherte
Knorpelneubildungen im Ellenbogengelenk.
Die Patienten klagen über messerstichartige Ellenbogenschmerzen, das
Gelen k ist
auch geschwollen.
Die Behandlung besteht in der operativen Entfernung der freien Gelenkkörper und
Synovektomie (= Entfernung der
Gelenkinnenhaut).
Auch das Pl ica-Syndrom kann zu einem Schmerz im Ellenbogengelenk führen. Dabei kommt es aufgrund einer Schleimhautfalte (Pl ica) zu einem Impingement (= Einklemmung oder Verdrängung von Gewebestrukturen durch andere Gewebe) im Ellenbogengelen k. Es besteht ein Druckschmerz über dem Radiusköpfchen oder am hinteren lateralen (= äußeren) Ellenbogengelenk spalt. In hartnäckigen Fälle kann eine arthroskopische (= mittels Gelenkspiegelung) Pl ica-Resektion erfolgen.
Die häufigste Ursache für Ellenbogenschmerzen ist eine Entzündung des Epicondylus (= der einem Gelenkknorren aufsitzende Knochenvorsprung für Muskelursprünge oder -ansätze).
Epicondylitis
radial is humer i (Epikondylitis
lateral is humer i):
Bei
dieser relativ häufigen Erkrankung klagen die Patienten über Ellenbogenschmerzen im
Bereich des Epicondylus lateral is humer i (= über dem Ellenbogengelenk außen),
die sich bei Faustschluß und kräftiger Dorsalextension
(= Beugung in Richtung Handrücken) im
Handgelen k verstärken. Nicht selten strahlen die Ellenbogenschmerzen in Unter-
und/oder Oberar m aus, so daß dann der ganze
Ar m schmerzt. Regelmäßig besteht
ein deutlicher Druck-Schmerz im Bereich des äußeren Unterarmes nahe dem
Ellenbogengelenk.
Die Ursache des chronischen Entzündungszustandes im Bereich der Sehnenansätze
am Epicondylus lateral is humer i ist nicht geklärt; vieles spricht für eine
mechanische Auslösung (der sog.
Tennisarm oder
Tennisellbogen).
Sehr viel seltener tritt die Epicondyl itis ul naris humeri (Epicondyl itis medial is humer i, der sog. Golferarm oder Golferellbogen) auf. Dabei klagen die Patienten über Schmerzen im Bereich des Epicondylus medial is humer i (= über dem Ellenbogengelenk innen). Auch hier kann es zu einer Schmerzausstrahlung in den Ar m kommen.
Insertionstendopathien infolge Überbeanspruchung des Griffelfortsatzes (Processus styloideus) der Elle (Styloiditis ulnae) bzw. Speiche (Styloiditis radii) können zu distalen (= Anteil, der von der Körpermitte weiter entfernt ist) Unterarmschmerzen bzw. Handgelenkschmerzen führen und manchmal bis zum El lbogen ausstrahlen.
Verbleiben nach einer krankheitsspezifischen Behandlung dennoch chronische Ellenbogenschmerzen, so eignet sich zur Schmerzbehandlung die weiter unten beschriebene kontinuierliche Blockade der Plexus brachialis mit Katheter, wobei aber ein Dauerschmerz praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren erfordern.
Therapeutisch
kann ein Versuch mit Infiltrationen mit einem örtlichen
Betäubungsmittel (z.B.
Bupivacain), auch mit Kortikoidzusatz, unternommen werden. Dabei muß allerdings
ein Kontakt der Kanülenspitze mit der Knoc henhaut unbedingt vermieden werden,
da damit häufig heftigste, anhaltende Schmerzreaktionen ausgelöst werden
können.
Nicht selten hilft nur eine längerfristige
kontinuierliche Plexus
brachialis-Blockade mit Katheter. Dabei
wird vorübergehend (z.B. 10-14 Tage lang) ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle in
die Ner venscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben
noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine
handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten"
werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach
Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig
schmerzlos nachgespritzt. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser
Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei
gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend
krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Dass die
schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus
anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung
auch die sog. vegetativen Ner ven
betroffen sind, woraus eine sehr deutliche
Durchblutungssteigerung resultiert, die den entzündlichen Prozessen bei
der Epicond ylitis
nachhaltig entgegenwirkt, denn unter einer guten Durchblutung heilen
entzündliche Vorgänge sicher ab. Eine gute Durchblutung wirkt aber auch gegen
degenerative Prozesse (z.B. Art hrose).
Nach neueren Erkenntnissen kann diese
intensive Blockadetherapie das sog. Schmerzgedächtnis löschen, auch bei einem
chronischen Schmerz im Ellenbogengelenk.
Nach einer Pressemitteilung (Die Welt - 08.05.2002) scheint bei Ellenbogenschmerzen aufgrund einer chronische n Epicondyl itis eine Behandlung mit Botulinumtoxin (= ein Nahrungsmittelgift) erfolgversprechend zu sein. Die Wirkung beruht auf einer Entkrampfung der krankhaft übererregten Mus keln nahe am Ellenbogengelenk.
Physikalische Therapie bei
Ellenbogenschmerzen:
Auch
eine Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane
Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil,
daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden
werden paarig über dem Ellenbogengelenk aufgeklebt. Durch Veränderung der
Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert
werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die
oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen
elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C
abgekühlt ist.
Manche Patienten mit Ellenbogenschmerzen empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser
wirksam. Warme Bäder können ebenfalls
Armschmerzen lindern.
Die Verordnung von
Massagen ist auch bei Schmerzen am Ellenbogengelenk
nicht sinnvoll. Für den Patient
mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem
Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten. Wichtig ist bei Ellenbogenschmerzen
bzw. einer Epicondyl itis
jedoch eine
gelenkfunktionserhaltende heilgymnastische Therapie.
Auch
eine Behandlung mit Röntgenstrahlen kann bei Ellenbogenschmerzen schmerzlindernd sein (Thomalske
1991), ebenso eine Magnetfeldtherapie.
Manchmal ist auch eine deutliche Besserung durch die Iontophorese
(= Einbringung eines Arzneimittels durch die Haut mit Hilfe
von Gleichstrom) (z.B. mit
Diclofenac) zu erzielen.
Andere Therapiemaßnahmen bei chronische n
Ellenbogenschmerzen:
Der
Vollständigkeit halber darf die Akupunktur nicht unerwähnt bleiben.
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde)
Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson,
ebenso ein
Schmerzbewältigungstraining sind auch bei
einem chronischen Schmerz
am Ellenbogengelenk eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie.
Daß örtliche Betäubungsmittel nicht nur schmerzstillend sondern auch auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
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Aktualisiert:>22.09.2009</>
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