SCHMERZPRAXIS
Dres.
Rolf Leeser
Martin Krumbeck

Ärzte für Anästhesie, Spezielle Schmerztherapie

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97980 Bad Mergentheim

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ELLENBOGENSCHMERZEN
weitere Suchbegriffe: Schmerzen / Schmerz am (im) Ellenbogengelenk, Chondromatose

Ellenbogenschmerzen können verschiedene Ursachen haben.

Bursitis olecrani
Es liegt eine chronische Schleimbeutelentzündung am Olekranon
(= Hakenfortsatz der Elle nahe am Ellenbog engelenk) vor. Am dorsalen (= rückwärtigen) El lenbogen ist eine druckschmerzhafte, teigige und fluktuierende (= verschiebliche) Schwellung zu tasten.
Ursache ist meist eine Überlastung, so z.B. bei Schreibtischarbeit.
Zur Therapie reichen meist Ruhigstellung und Salbenverbände (Rheumon®, Voltaren Emulgel®) aus.
Nach einer Verletzung kann es auch zu Ellenbogenschmerzen aufgrund einer eitrigen Bursitis
(= Schleimbeutelentzündung) kommen, die eine Antibiotika-Behandlung erforderlich macht.

Eine Arthrose als Ursache für chronische Ellenbogenschmerzen ist eher selten, da das Ellenbogengelenk keinen größeren statischen Belastungen ausgesetzt ist. Die Arthrose entsteht hier meist als Folge eines in Fehlstellung verheilten Armbruchs. Auch eine Arthritis (= Gelenkentzündung) des Ellenbogengelenk s ist eher selten.

Chondromatose
Bei dieser Erkrankung finden sich viele, zum Teil verknöcherte Knorpelneubildungen im Ellenbogengelenk.
Die Patienten klagen über messerstichartige Ellenbogenschmerzen, das Gelen
k ist auch geschwollen.
Die Behandlung besteht in der operativen Entfernung der freien Gelenkkörper und Synovektomie
(= Entfernung der Gelenkinnenhaut).

Auch das Pl ica-Syndrom kann zu einem Schmerz im Ellenbogengelenk führen. Dabei kommt es aufgrund einer Schleimhautfalte (Pl ica) zu einem Impingement (= Einklemmung oder Verdrängung von Gewebestrukturen durch andere Gewebe) im Ellenbogengelen k. Es besteht ein Druckschmerz über dem Radiusköpfchen oder am hinteren lateralen (= äußeren) Ellenbogengelenk spalt. In hartnäckigen Fälle kann eine arthroskopische (= mittels Gelenkspiegelung) Pl ica-Resektion erfolgen.

Die häufigste Ursache für Ellenbogenschmerzen ist eine Entzündung des Epicondylus (= der einem Gelenkknorren aufsitzende Knochenvorsprung für Muskelursprünge oder -ansätze).

Epicondylitis radial is humer i (Epikondylitis lateral is humer i):
Bei dieser relativ häufigen Erkrankung klagen die Patienten über Ellenbogenschmerzen im Bereich des Epicondylus lateral is humer i
(= über dem Ellenbogengelenk außen), die sich bei Faustschluß und kräftiger Dorsalextension (= Beugung in Richtung Handrücken) im Handgelen k verstärken. Nicht selten strahlen die Ellenbogenschmerzen in Unter- und/oder Oberar m aus, so daß dann der ganze Ar m schmerzt. Regelmäßig besteht ein deutlicher Druck-Schmerz im Bereich des äußeren Unterarmes nahe dem Ellenbogengelenk.
Die Ursache des chronischen Entzündungszustandes im Bereich der Sehnenansätze am Epicondylus lateral is humer i ist nicht geklärt; vieles spricht für eine mechanische Auslösung (der sog. Tennisarm oder Tennisellbogen).

Sehr viel seltener tritt die Epicondyl itis ul naris humeri (Epicondyl itis medial is humer i, der sog. Golferarm oder Golferellbogen) auf. Dabei klagen die Patienten über Schmerzen im Bereich des Epicondylus medial is humer i (= über dem Ellenbogengelenk innen). Auch hier kann es zu einer Schmerzausstrahlung in den Ar m kommen.

Insertionstendopathien infolge Überbeanspruchung des Griffelfortsatzes (Processus styloideus) der Elle (Styloiditis ulnae) bzw. Speiche (Styloiditis radii) können zu distalen (= Anteil, der von der Körpermitte weiter entfernt ist) Unterarmschmerzen bzw. Handgelenkschmerzen führen und manchmal bis zum El lbogen ausstrahlen.

Verbleiben nach einer krankheitsspezifischen Behandlung dennoch chronische Ellenbogenschmerzen, so eignet sich zur Schmerzbehandlung die weiter unten beschriebene kontinuierliche Blockade der Plexus brachialis mit Katheter, wobei aber ein Dauerschmerz praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren erfordern.

Therapeutisch kann ein Versuch mit Infiltrationen mit einem örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain), auch mit Kortikoidzusatz, unternommen werden. Dabei muß allerdings ein Kontakt der Kanülenspitze mit der Knoc henhaut unbedingt vermieden werden, da damit häufig heftigste, anhaltende Schmerzreaktionen ausgelöst werden können.
Nicht selten hilft nur eine längerfristige kontinuierliche Plexus brachialis-Blockade mit Katheter.
Dabei wird vorübergehend (z.B. 10-14 Tage lang) ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle in die Ner venscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert, die den entzündlichen Prozessen bei der Epicond ylitis nachhaltig entgegenwirkt, denn unter einer guten Durchblutung heilen entzündliche Vorgänge sicher ab. Eine gute Durchblutung wirkt aber auch gegen degenerative Prozesse (z.B. Art hrose).
Nach neueren Erkenntnissen kann diese intensive Blockadetherapie das sog. Schmerzgedächtnis löschen, auch bei einem chronischen Schmerz im Ellenbogengelenk.

Nach einer Pressemitteilung (Die Welt - 08.05.2002) scheint bei Ellenbogenschmerzen aufgrund einer chronische n Epicondyl itis eine Behandlung mit Botulinumtoxin (= ein Nahrungsmittelgift) erfolgversprechend zu sein. Die Wirkung beruht auf einer Entkrampfung der krankhaft übererregten Mus keln nahe am Ellenbogengelenk.

Physikalische Therapie bei Ellenbogenschmerzen:
Auch eine Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem Ellenbogengelenk aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit
Ellenbogenschmerzen empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls Armschmerzen lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei Schmerzen am Ellenbogengelenk
nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten. Wichtig ist bei Ellenbogenschmerzen bzw. einer Epicondyl itis jedoch eine gelenkfunktionserhaltende heilgymnastische Therapie.
Auch eine Behandlung mit Röntgenstrahlen kann bei Ellenbogenschmerzen schmerzlindernd sein (Thomalske 1991), ebenso eine Magnetfeldtherapie.
Manchmal ist auch eine deutliche Besserung durch die Iontophorese
(= Einbringung eines Arzneimittels durch die Haut mit Hilfe von Gleichstrom) (z.B. mit Diclofenac) zu erzielen.

Andere Therapiemaßnahmen bei chronische n Ellenbogenschmerzen:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur nicht unerwähnt bleiben.
Hypnoide (= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson, ebenso ein Schmerzbewältigungstraining sind auch bei einem chronischen Schmerz am Ellenbogengelenk eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie.

Daß örtliche Betäubungsmittel nicht nur schmerzstillend sondern auch auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Die Schmerzpraxis ist auch für die Schmerzklinik am Arkauwald tätig

Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, so z.B.:

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Aktualisiert:>22.09.2009</> a&bl90-
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